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Blog vom 5. Dezember 2006.

Heute vor 14 Jahren habe ich meinen ersten Computer gekauft. Natürlich war es ein Mac von Apple, ein Classic II.


Warum ich das so genau weiss? Nun ich habe damals einen Tagebucheintrag gemacht und werde seitdem jedes Jahr daran erinnert, natürlich auch jeweils von einem Programm auf meinem Mac.

Klingt etwas verrückt? Genau, klingt nach mir, hehehe!

Ich habe ein paar spezielle Daten in meinem Kalender, an die ich mich jedes Jahr gerne zurückerinnere. Das ist alles. Ich blicke kurz zurück und rufe mir ins Gedächtnis, wie es damals war. Dann wird mir jeweils bewusst, wie viel sich in all den Jahren verändert hat. Das hilft manchmal, die Gegenwart besser zu verstehen. Aber nicht immer.

Meine Macs und ich. In den 14 Jahren habe ich 6 Macs «verbraten», wobei Nummer 5 und 6 noch bei mir sind und täglich brav den Dienst verrichten.

Aber mein erster Mac von 1992 war schon etwas Besonderes. Die technischen Spezifikationen waren im Vergleich zu heute nicht nur bescheiden sondern geradezu lächerlich! Der Bildschirm war so klein, dass ich ihn mit zwei Händen abdecken konnte. Schwarzweiss, pixelig und sehr übersichtlich.

Doch es war mein Einstieg in eine neue Welt. Eine Welt, die mir ermöglichte, meine Ideen auszuleben.

Ich fing an zu schreiben und zu gestalten, alles im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten der damaligen Software. Aber es machte viel Spass. Ich konnte mich austoben, musste nicht mehr auf meiner alten Reiseschreibmaschine herumhacken, deren Farbband ständig verhedderte.

Ich gebe zu, ich habe eine spezielle «Beziehung» zu meinem Mac, wie die meisten Macianer. Es lässt sich nur schwer erklären. Vielleicht ist es die oft beobachtete Verbrüderung einer Minderheit gegen die allgegenwärtige Macht des «bösen Imperiums».

Es ist schon seltsam, dass man eine Art «emotionale» Verbindung zu einem Gerät haben kann. Und die haben wir alle mit dem Computer, egal ob wir ihn nun lieben oder hassen. Irgendwelche Gefühlsregungen wecken diese Maschinen in uns, ob wir nun wollen oder nicht.

Vielleicht ist es die vermeintliche «Intelligenz» des Computers, die uns ein menschenähnliches Gegenüber vortäuscht. Vielleicht lässt sich unser Hirn so leicht austricksen?

Oder wir fühlen uns schlicht überfordert und unterlegen, weil wir einer Maschine gegenüber sitzen, die eigentlich alles viel besser kann? Wir verstehen nicht wirklich, was da abläuft und vertrauen unsere Daten und Ideen einer Software an, die von jemand programmiert wurde, den wir gar nicht kennen.

Wie seltsam ist das denn?

Aber ich schweife ab. Ich wollte ja eigentlich von meinem Mac erzählen, das am häufigsten abgestaubte und geputzte Gerät in meiner Wohnung. Andere Männer waschen jeden Samstag ihren Wagen! Noch Fragen?

Tja, man kann es sehen wie man will, aber ohne Mac wäre mein Leben sicherlich anders verlaufen … vielleicht manchmal etwas ruhiger, aber mit Sicherheit auch farbloser.

Und ohne Mac gäbe es diese Homepage nicht.

Oh Gott, das will ich mir jetzt gar nicht vorstellen!

Tja, heute vor 14 Jahren begann diese gemeinsame kreative Reise. Wie feiert man eigentlich ein Jubiläum mit einem Mac?

Nun ich könnte ihm heute eine besonders leckere CD ins Laufwerk schieben. Oder einen ganz speziell schönen Bildschirmschoner laufen lassen. Oder ich tippe auf der Tastatur 14 Mal die Worte «Ich liebe dich!»

Ich glaube, ich werde meinen Mac heute einfach nur abstauben.
2006–2012 © by Koni Barry