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Fritz


Blog vom 2. März 2007.

Haben Sie sich auch schon einmal überlegt, warum ein Nagel – wir nennen ihn jetzt einfach mal Fritz. Also … haben Sie sich auch schon einmal überlegt, warum ein Nagel namens Fritz an einem ganz bestimmten Ort liegt und nicht woanders?

Also Fritz liegt genau am Punkt X, nicht zwei Zentimeter mehr rechts, oder fünf Meter weiter hinten oder gar an einem völlig anderen Ort wie zum Beispiel Kuala Lumpur oder Venedig.

Fritz liegt da, eben am Punkt X in Zürich, schon leicht rostig vom vielen Regen der vergangenen Tage oder Monate, weiss Gott, wie lange Fritz da schon korrodiert hat. Man sieht ihn kaum im grauen Kies, so heimtückisch versteckt wie er ist. Perfekt getarnt liegt er da und wartet.

Und haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Sie dann am 2. März 2007 um 11:07 Uhr mit dem Fahrrad genau am Punkt X vorbeifuhren, nichts ahnend, fröhlich gelaunt auf dem Weg in die Stadt?

Das habe ich mich heute auch gefragt! Warum bin ich diese Strecke gefahren? Eine Strecke, die ich sonst eigentlich sehr selten auswähle, weil ich eben nicht gerne durch Kies fahre. Aber heute schien es mir sinnvoll, da ich so schneller ans Ziel kommen würde. Dachte ich.

Ich habe da aber falsch gedacht. Denn ich wusste nicht, dass Fritz auf mich wartete. Ich wusste heute Morgen ja sowieso noch nicht, dass es überhaupt einen Nagel namens Fritz gab!

Mein Fahrrad machte heute Morgen die Bekanntschaft mit Fritz, also um genau zu sein, der Hinterreifen meines Fahrrads. Plötzlich hörte ich ein seltsames Geräusch. Ich dachte schon, ein Ast sei zwischen den Speichen hängen geblieben. Das Rattern kam mir irgendwie bekannt vor. Ich hielt an und sah nach. Aber da war kein Ast. Also fuhr ich weiter, und es ratterte wieder!

Ich musste sogar vom Fahrrad absteigen! Hat man so etwas schon gehört?

Und da sah ich Nagel Fritz! Rostig, leicht gebogen, steckte er tief im Reifen! Das Herz brach mir! Die Luft war raus. Mein Hinterreifen nur noch ein jämmerlicher, in sich zusammengefallener Abklatsch seiner einstigen Grösse!

Sie müssen wissen, mein Fahrrad ist mein treuester Kamerad. Zu jeder Jahreszeit bringt es mich sicher und zuverlässig von A nach B und von B nach A, und manchmal sogar von A nach B über C und D mit Zwischenhalt in E.

Heute kamen wir nicht nach B.

Fritz, ich hasse dich!

Der Schaden hielt sich mit 25 Franken in Grenzen!

Passen Sie auf, wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind. Fritz wurde heute aus dem Verkehr gezogen. Aber Fritz hat viele Brüder und Schwestern, die überall auf ihre Fahrrad-Opfer lauern und einfach so herumliegen und vor sich hin rosten. Seien Sie also auf der Hut vor Klara, Heinz, Peter, Dolores, Klaus, Helga und Gregor.

Ich plädiere für ein nagelfreies Zürich! Das müsste doch politisch machbar sein …
2006–2012 © by Koni Barry